Wertvolle Kleingruppen
Im vergangenen Oktober hatten wir zu einem Austausch über das Thema „Kleingruppen & Hauskreise“ eingeladen.
Angestoßen durch „ReFocus“ ist es uns wichtig geworden, darüber als Gemeinde nachzudenken und Ideen zu sammeln.
Kleingruppen sind vielfältig
Aber wovon sprechen wir eigentlich genau, wenn es um „Kleingruppen“ geht? Mit Kleingruppen beschreiben wir eine Gruppe von Christen, die gemeinsam Jesus ähnlicher werden wollen, indem sie zusammen beten,
die Bibel lesen und praktische Nächstenliebe leben. Hauskreise sind eine Art von Kleingruppen, aber auch das Mitarbeiterteam, der Chor oder Freundeskreise können
eine Kleingruppe sein — abhängig davon, wie sie gestaltet werden. Auch die Bibelstunde ist eine (zugegebenermaßen spezielle) Form einer Kleingruppe.
Als Christen sind wir uns einig, dass der Glaube keine rein private Angelegenheit ist.
Und das nicht nur im Blick auf unseren Auftrag, zu den Menschen hinzugehen: Die „Gottesliebe“ ist nicht von der „Nächstenliebe“ zu trennen (Markus 12,28- 34; 1. Johannes 4,7-21).
Teil der Gemeinschaft
Nachfolge beinhaltet sicherlich viele persönliche Aspekte, wie das eigene Gebet, die Stille Zeit und nicht zuletzt eine persönliche Entscheidung und Umkehr. Doch als Christen werden wir automatisch und unwiderruflich Teil einer Gemeinschaft, in der wir diese Nachfolge „einüben“ und gestalten.
Dass die Menschen uns „an unserer Liebe zueinander erkennen sollen“ (Johannes 13,35), setzt genau das voraus. Doch die Art von Gemeinschaft, die dafür notwendig ist, ist im Gottesdienst nur schwer umzusetzen, weil die Gemeinde (1.) zu groß ist, um jeden zu kennen und (2.) die Zeit vor oder nach dem Gottesdienst nicht ausreicht, um tiefe Beziehungen aufzubauen und zu gestalten. Deshalb sind Kleingruppen (in ihren verschiedenen Formen) ein entscheidender Bestandteil der Nachfolge und damit auch der Gemeinde.
Nachfolge lernen
Sie sind dabei weder Ersatz noch Konkurrenz für die Gemeinde, im Gegenteil: In Kleingruppen können wir lernen, das umzusetzen und anzuwenden, was in der Gemeinde, in Gottesdiensten und Gruppenstunden, gelehrt wird. Hier ist ein Ort, an dem wir Nachfolge praktisch lernen und leben, an dem wir Fragen stellen können, an dem wir genau den schützenden Rahmen haben, den wir brauchen um uns zu öffnen und an dem starke Beziehungen entstehen.
Es ist auch eine wichtige Möglichkeit für die, die neu zu der Gemeinde hinzukommen, in dieser Gemeinschaft anzukommen und Fuß zu fassen.
Sicherlich werden wir uns noch weiter über dieses Thema Gedanken machen und freuen uns darüber, auch eure Gedanken zu hören — aber ich möchte euch jetzt schon zwei Dinge ans Herz legen: Zum Einen: Wenn ihr keinen Hauskreis habt, denkt darüber nach, euch einem Bestehenden anzuschließen oder einen neuen zu gründen — dabei helfen wir euch gerne, wo wir können! Und zum Anderen: Für manche ist das vielleicht zeitlich oder aus anderen Gründen keine Option — aber vielleicht nehmt ihr diesen Anlass, um neu über die Beziehungen nachzudenken, in denen ihr schon seid.
Stellt euch die Frage, inwieweit auch diese eziehungen eine „Kleingruppe“ sind oder wie sie dazu werden können (also ein Ort, an dem ihr gemeinsam Jesus ähnlicher werden wollt) und wie ihr diese Beziehungen praktisch gestalten könnt, um dieses gemeinsame Ziel zu erreichen: In eurer Ehe oder in Freundschaften, als Mitarbeiterteam, als Chor oder Musikgruppe: Betet ihr gemeinsam? Wenn ja, worum geht es in euren Gebeten? Lest ihr gemeinsam in der Bibel? Bekennt ihr Schuld voreinander? Könnt ihr gemeinsam klagen und weinen? Spornt ihr euch gegenseitig zu „Liebe und guten Taten“ an (Hebräer 10,24)?
Gemeinsam Jesus ähnlicher werden
Das Ziel ist nicht, dass Nachfolge auf einen einzigen Ort beschränkt wird und auch nicht, einen zusätzlichen Termin aufzudrängen, im Gegenteil. Es geht darum, dass wir überall da, wo wir mit anderen Menschen zusammen sind, die Jesus auch nachfolgen, gemeinsam darin wachsen, Jesus ähnlicher zu werden um Zeugnis und Licht für diese Welt zu sein. (
Silas Knie)