Angedacht

Einzig und allein ...


So sagen wir, wenn es keine Alternative gibt. In unserer Zeit, in der es ja so viele Wahlmöglichkeiten auf allen Gebieten unseres Lebens gibt, ist das schon eine starke Aussage, wenn man sich für eine Sache „einzig und allein“ entscheidet. Also nicht mehr: „Sowohl als auch“, auch nicht: „Jeder soll doch machen, was er für richtig hält“. Sondern: einzig und allein das ist richtig und wahr!
Am 31. Oktober feiern wir 500 Jahre Reformation, weil Martin Luther am 31.10.1517 seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel der Kirche veröffentlich hat. Keiner hätte gedacht, dass es dadurch zur Entstehung einer evangelischen Kirche kommen würde.
Im Laufe der Jahre sahen sich die Reformatoren genötigt, die evangelische Lehre im Unterschied zur katholischen zu definieren, was sie in vielen Schriften und mehreren Bekenntnissen taten. Berühmt dabei wurden die vier „Sola“ (lateinisch für „nur“) – man könnte auch sagen „einzig und allein“!
  • Allein aus Glauben (sola fide)
  • Allein aus Gnade (sola gratia)
  • Allein aus Christus (sola Christus)
  • Allein die Schrift (sola scriptura)
Die Lehre hinter diesen „einzig und allein“-Sätzen haben sich die Reformatoren nicht ausgedacht, sondern sie stammen aus der Bi bel. Die ersten beiden sind in Eph 2,8-9 vereint: „aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme.“ Die dritte Aussage steht in Joh 14,6, wo Jesus sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ Und die vierte richtet sich gegen die Lehre, die Tradition der Kirche sei der Bibel gleichwertig.
Für uns als Evangelische freie Gemeinde sind diese vier Grundlagen unseres Glaubens nach wie vor maßgebend. Auch wenn sie immer wieder kritisiert und angegriffen werden, wollen wir daran festhalten.
Siegfried Schnabel