Angedacht

Zelt am Feld


Er gehört zu den am meisten zitierten Versen der Bibel: „Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben. Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern ...“ (Matth 28,19-20) Dieser Auftrag unseres Herrn Jesus an seine Jünger gilt bis heute – und zwar für alle seine Nachfolger. Diese Ansicht ist gar nicht so selbstverständlich, denn immer wieder wurde behauptet, Jesu Anweisung habe nur den zwölf Aposteln gegolten. Natürlich ist das falsch! Und wir haben ja auch viele Beispiele im Neuen Testament, dass Christen hingegangen sind und das Evangelium verkündigt haben – z.B. Stephanus, Philippus, Barnabas, Titus – um nur einige wenige zu nennen.
Darum sind wir als Gemeinde aufgefordert, aktiv unseren Glauben zu bezeugen. Wie wir das machen, hängt von unseren Möglichkeiten ab aber auch von der Kultur, in der wir leben. Denn wir müssen uns ja fragen: wie erreichen wir die Menschen? Wie werden sie aufmerksam auf unsere Botschaft?
Nehmen wir einmal Traktate. Es ist nach wie vor wichtig, Traktate zu verteilen und zu beten, dass sie auch gelesen werden. Aber sie gehen doch ganz schnell unter in der Flut von Werbematerialien, die heute verteilt wird. Die effektivste Methode ist sicherlich nach wie vor unser persönliches Zeugnis bei den Menschen, mit denen wir zu tun haben: Familie, Nachbarn, Arbeitskollegen, Freunde.
Früher waren auch Zeltevangelisationen weit verbreitet. Heute ist das eher selten geworden. Aber es ist nach wie vor eine Möglichkeit, das Evangelium zu verkündigen. Zum einen, weil das Zelt ein „neutraler Raum“ ist. Und vielleicht auch deshalb, weil es ein ganz besonderes Ambiente bietet.
Nun sind wir ja von der Brüdergemeinde (Christliche Gemeinde Weitefeld) eingeladen worden, bei der von ihnen geplanten Zeltevangelisation mitzumachen. Dem haben wir gerne zugestimmt. Die Vorbereitungen sind gut angelaufen, und wir denken gerne an den gemeinsamen Gottesdienst am 27. Januar zurück. Das hat unserer Gemeinschaft und dem gegenseitigen Kennenlernen gutgetan. Wir haben gemerkt: wir können Gaben ergänzen, Kräfte bündeln und einander ermutigen.
Nun liegt es an jedem von uns, wie wir in die vor uns liegende Evangelisation hineingehen. Ich möchte Mut machen, dass wir
  • unserem Herrn Jesus Großes zutrauen,
  • intensiv und im Glauben dafür beten,
  • Menschen einladen und mitbringen,
  • mitarbeiten, wo uns das möglich ist.

  • Wir alle kennen das Gleichnis von der Einladung des Königs zu einem großen Fest (Lukas 14,16-24). Als die geladenen Gäste nicht kommen wollten, wurden die Diener ausgesandt mit dem Auftrag, bis zu den Landstraßen hinauszugehen und an die Zäune und dringendst zu bitten, zum Fest zu kommen.
    Gott lädt uns zu sich ein. Ob jemand kommt, ist seine eigene Entscheidung, die Gott auch respektiert. Auch wir werden sicherlich Absagen bekommen von Menschen, die wir zur Evangelisation einladen. Jesus hat gesagt: „Genauso wird im Himmel mehr Freude sein über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben um- zukehren“ (Luk 15,7). Wir wollen uns nicht entmutigen lassen, wenn die, die es ihrer Meinung nach nicht nötig haben, nicht mitkommen. Sondern wir wollen dafür andere einladen, vielleicht solche, mit denen wir sonst kaum oder auch gar nichts zu tun haben. Und wenn dann auch nur einer zum Glauben kommt, dann ist nicht nur im Himmel große Freude, sondern auch bei uns.

    Siegfried Schnabel