Angedacht

Brot des Lebens


In der Predigtreihe über das Johannesevangelium sind wir bei Kapitel 6 angekommen. Es beginnt mit der bekannten Geschichte über die „Speisung der Fünftausend“. Es ist übrigens das einzige Wunder, das in allen vier Evangelien berichtet wird. Ein Beleg dafür, wie wichtig es ist! Vor allem das Johannesevangelium macht deutlich, welch tieferen Sinn dieses Wunder hat. Denn Jesus ergreift die Gelegenheit, sich als „das Brot des Lebens“ zu bezeichnen: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungrig sein, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.“ (Joh 6,35)
Klar ist, dass er dies in einem geistlichen Sinn gemeint hat. So wie wir für unseren Körper Nahrung zum Leben brauchen (Brot war damals in Israel das Hauptlebensmittel), so brauchen wir den Herrn Jesus, um geistliches Leben zu haben. Nur wer geistliches Leben hat, hat das ewige Leben. Damit wir es haben können, ist Jesus am Kreuz für uns gestorben. Darum ist es angebracht, dass auf unserem Bild auf der Vorderseite das „Brot des Lebens“ in Kreuzform dargestellt wird.
In diesem Quartal feiern wir Erntedankfest und auch Weihnachten. An Erntedank erinnern wir uns daran, dass es letztlich nicht die Landwirte sind, die uns mit Nahrung versorgen, sondern Gott. Das wurde in diesem Sommer mal wieder deutlich: trotz modernster Landwirtschaftstechnik wächst nichts, wenn es an Wasser fehlt. Und dafür sorgt der himmlische Vater, der „regnen lässt über Gerechte und Ungerechte“ (Matth 5,45). Darum danken wir ihm für alles, was er uns zum Leben schenkt.
An Weihnachten beginnt die große Rettungsaktion des Herrn Jesus, der als Sohn Gottes Mensch wird, um schließlich etwa 30 Jahre später am Kreuz für uns zu sterben. Dadurch hat er die Vergebung der Sünden und das ewige Leben für uns Menschen möglich gemacht. Darum danken wir ihm für alles, was er uns zum ewigen Leben schenkt.
Das Besondere an diesem „Brot des Lebens“ ist, dass nie mehr hungrig wird, wer davon gegessen hat. Das heißt: Wer Jesus hat, der hat alles, was er braucht – für immer und ewig!

Siegfried Schnabel